Schnitte

Sie steht vor Ihm, zitternd, kann kaum sprechen, streckt Ihm ihre Handgelenke entgegen.

„Hilf mir!“

Er kann ihr nicht helfen, ebensowenig wie sie sich selbst. Da gibt es nichts, was heilen oder ungeschehen machen könnte. Nur der Schmerz durchbricht den Kreis ein wenig, schenkt Zärtlichkeiten und Berührung, ein Sichspüren. Die Kälte und das Feuer dafür nur in ihr.

Davor der Zorn und die Wut, verquerte Wörtereien und Schuldzuweisungen, wo Schuld gar keine Frage war. Und Liebe. Der Zugang zu ihr gerade oder trotzdem offen, bloß… ungeschützt.

Seine Frage:

„Halten Sie Ihr Versprechen?“

Ihr, tief aus dem Bauch kommendes

„Ja“


Irgendwann am Morgen, in den seltsam wirren Zeitströmen des Loslassens, bemerkte sie das Missverständnis. Beiläufig, die eigenen Nebel nur tröpfchenweiße durchdringend.

Oh, es war gar nicht ernst gemeint.

Sie hätte das Versprechen eingelöst. Mit Ihm, für Ihn.

Freier Fall, noch immer...

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