Mittwoch, 4. Juni 2008

Mir träumte

Mir träumte von Haut, Töne und Geruch
durch meine Sinne gleitend.

Mir träumte von schäumender Lust,
die Welle hoch oben reitend.

Mir träumte von Jagd und Widerstand,
von ungezügelter Gier.

Mir träumte von männlichem Wahnsinn,
sich brechend verteilend in mir.

Mir träumte von Jenem, Diesem, Einen,
der nehmend sich nur nach eigenem Maß.

Mir träumte von Träumen,
die zu träumen
ich für eine Weile vergaß.


(c) hmcl

Montag, 26. Mai 2008

Sätze

Zwei Sätze stolperten mir heute über den Weg. Dieser in einem Film:

"Man kann Schmerz manchmal durch einen anderen Schmerz bekämpfen"

Und dann in einem Text:

"Manchmal kann man nicht leben, aber auch nicht sterben."

Beide Sätze erscheinen mir eine sinnige Erklärung für Selbstverletzungen.

Montag, 19. Mai 2008

Hör auf!

Hör auf?
Sagt man zum Alkoholiker..
Hör auf?
Sagt man zum Frauenschläger..
Hör auf?
Sagt man zum Kind, das Katzen anzündet..

Hör auf?

Warum?

Weil ich es nicht ertrage?
Weil ich das nicht will?
Weil ich mich sonst so hilflos fühle?
Weil man das nicht tut?

Hör auf? Warum...

Ein "Hör auf" ist immer eigennützig.

Mach weiter und lass mich dir zusehen -
Mach weiter und lass mich teilhaben an deiner Reise -
Mach weiter und koste jeden einzelnen Moment -
Mach weiter und sieh dich an dabei -
Mach weiter und liebe dich so wie du bist -

sagt man zu Menschen, die es wert sind.


Todessehnsucht ist der Treibstoff für ein Taxi namens Lebensgier


Wo so viel Kraft ist, liegen unendliche mögliche Welten.


(c) Caro M.

Freitag, 16. Mai 2008

Worte

Manchmal da gibt es keine Worte mehr. Da ist alles gesagt. Jedwede Wortfolge ausgekostet, jedem möglichen Klang nachgespürt, alle bekannten und unbekannten Kombinationen der Buchstabenreihung erprobt und als untauglich verworfen.

Dann bleibt nur Schweigen und Stille.

Manchmal da müssen neue Wörter wachsen. Da müssen alte Begriffe sich mit Neuem füllen und neue Wörter mit Ursprünglichem bekernt werden.

Dann bleibt nur Schweigen und Stille.


Manchmal muss Raum sein für alles Nichtsprachliche, damit Sprache wieder ein Verständigungsmittel unter vielen anderen werden kann.


--------------------


Und manchmal, da muss man reden, schreien, mit Worten bohren, toben, hinein stoßen, fordern, zwingen, hämmern. Die Stille und das Schweigen mit Worten wieder und wieder durchbrechen. Weil Schweigen dann nur Feigheit und Weglaufen ist. Weil Stille dann alles tötet und zudeckt und nichts, aber auch gar nichts in Bewegung bringt.

Dann bleiben nur Worte und lautes Schreien.

Montag, 5. Mai 2008

Teilen

Teilen ist für mich eine Bereicherung.

Du wetterst dagegen: Doch wie soll man etwas teilen, über das man nicht verfügt? Wenn da nur Hunger ist und nichts Sättigendes? Wenn da nur Sehnsucht, aber keine Erfüllung? Leere kann man nicht teilen.


Ist man denn leer, wenn man nicht von außen gefüllt wird?

Niemals!

Ist da nichts, was nur und ausschließlich aus einem selbst kommt?

Oh, da ist so unendlich viel in dir und nur allein dir zugehörig.


Wenn Liebe in mir ist, so kann ich davon abgeben. Ich muss nicht erst bekommen um geben zu können.

Sei gewiß, die Liebe ist immer in dir vorhanden. Sie gehört zu dir. Völlig unabhängig davon, ob du selbst geliebt wirst oder nicht. Vertrau einfach!

Schnitte

Sie steht vor Ihm, zitternd, kann kaum sprechen, streckt Ihm ihre Handgelenke entgegen.

„Hilf mir!“

Er kann ihr nicht helfen, ebensowenig wie sie sich selbst. Da gibt es nichts, was heilen oder ungeschehen machen könnte. Nur der Schmerz durchbricht den Kreis ein wenig, schenkt Zärtlichkeiten und Berührung, ein Sichspüren. Die Kälte und das Feuer dafür nur in ihr.

Davor der Zorn und die Wut, verquerte Wörtereien und Schuldzuweisungen, wo Schuld gar keine Frage war. Und Liebe. Der Zugang zu ihr gerade oder trotzdem offen, bloß… ungeschützt.

Seine Frage:

„Halten Sie Ihr Versprechen?“

Ihr, tief aus dem Bauch kommendes

„Ja“


Irgendwann am Morgen, in den seltsam wirren Zeitströmen des Loslassens, bemerkte sie das Missverständnis. Beiläufig, die eigenen Nebel nur tröpfchenweiße durchdringend.

Oh, es war gar nicht ernst gemeint.

Sie hätte das Versprechen eingelöst. Mit Ihm, für Ihn.

Freier Fall, noch immer...

Samstag, 8. März 2008

Wie wünsch ich mir...

Wie wünsch ich mir, du würdest dich erinnern an all die ungeweinten Tränen, die du in dich hinein gefressen hast. Weil da niemand war, der sie gerne genommen und bei sich aufbewahrt hätte wie einen wertvollen Schatz.

Wie wünsch ich mir, du würdest dich erinnern an all die kleinen Wunder, die dich umgaben und über die du mit niemandem sprechen konntest. Weil da niemand war, der sie voll Staunen mit dir teilen wollte.

Wie wünsch ich mir, du würdest dich erinnern an den Hunger, der in dir brannte und den du dann doch immer nur mit Ungesundem besänftigen konntest. Weil da niemand war, an dem du dich satt essen durftest.

Wie wünsch ich mir, du würdest dich erinnern an den Geruch von fremder Haut und den Geschmack von zärtlicher Berührung, die dir doch nur beiläufig und unabsichtlich für einen kurzen Moment zu genießen erlaubt waren. Weil da keine Aufmerksamkeit und keine Liebe um dich waren.

Wie wünsch ich mir, du würdest dich erinnern an all das Schöne und Wunderbare, dass dir als Gabe mit auf dem Weg gegeben wurde und dass du verloren hast in all den Wirrungen deines Lebens. Weil da niemals jemand war, der dich eine Weile gebend begleitet hat.

Wie wünsch ich mir, dass du meine Hand nähmest, in der ich all deine ungeweinten Tränen auffangen würde.

Wie wünsch ich mir, dass wir unser Staunen über all die verrückten Dinge des Lebens teilen und unser gemeinsames Lachen neue Wunder gebären ließe.

Wie wünsch mir, dass du dich so an mir satt äßest , dass dein Hunger für eine Weile wirklich gestillt wäre.

Wie wünsch ich mir, dass der Geruch meiner Haut deine Sinne berauschen und meine Zärtlichkeiten dich liebevoll ertränken würden.

Wie wünsch ich mir, für eine kleine Weile an deiner Seite zu sein.


Deine Erinnerungen kann ich nicht verändern, die Zeit nicht zurück drehen. Da hilft auch kein Wünschen. Doch wir könnten neue schaffen. Jetzt. Für die kommenden Zeiten.

Agent Smith:

Es gibt so Sätze, die mag ich... die zergehen mir auf der Zunge... die sind durch Wortfolge, Betonung, Kontext, eben der Inszenierung insgesamt einfach perfekt... auch wenn ich mit dem Inhalt der Aussagen nicht immer übereinstimme *lächel ....



I'd like to share a revelation that I've had, during my time here. It came to me when I tried to classify your species. I realized that you're not actually mammals. Every mammal on this planet instinctively develops a natural equilibrium with the surrounding environment, but you humans do not. You move to an area, and you multiply, and multiply, until every natural resource is consumed. The only way you can survive is to spread to another area. There is another organism on this planet that follows the same pattern. A virus. Human beings are a disease, a cancer of this planet, you are a plague, and we are the cure.

The Matrix

Freitag, 7. März 2008

Wahrheit

... und dann, Liebes, nach all den Kämpfen und Dramen und all den hehren, großen, vor Zorn und Wut und Scham und Selbstmitleid triefenden Worten wirst du merken, dass die Wahrheit eine vielgestaltige ist und so mannigfaltige Gesichter hat wie es Wesen auf dieser Erde gibt... ... und du wirst lernen, dass sie eines immer ist: sanft und leise... dem Leben in all seiner Widersprüchlichkeit zutiefst verbunden... demütig ist sie, die Wahrheit, weil sie um ihre unendlich vielen schillernden Facetten weiß und eben dies lehrt sie, wieder und wieder und wieder ... ... ... aber, tobe noch ein Weilchen, Liebes.... weil dies ist deine Wahrheit.... für diesen Augenblick ...

Sonntag, 2. März 2008

Lebensfreude

Das eigene Leben genießen. Jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde wach, bewusst das eigene Leben mit allen Sinnen goutieren.

Sicher, die Welt ist nicht nur schön. Es gibt so Vieles, was im Argen liegt. So vieles zu verbessern, zu verändern, neu zu gestalten.

Es gibt tausendundeinen Grund traurig zu sein.

Aber es gibt ein unschlagbares Argument, einen einzigen wesentliches Punkt, der für diesen Genuss des eigenen Lebens spricht: Nur so und wirklich nur so bekommst Du die Kraft und die Energie wieder und wieder gegen den Strom zu schwimmen. Den Mund aufzumachen und „Nein!“ zu sagen bei Unrecht und Ungerechtigkeit.

Nur so kannst Du wieder und wieder aufstehen und Dich mit allem was Du bist für Dich und andere einzusetzen. Nur so kannst Du den Windmühlenflügeln mit der Musik Deines Lachens einen neuen Rhythmus beibringen.

Und nur so wächst und gedeiht Deine Gewissheit: das Leben ist wunderschön und die Welt wird besser, weil Du so bist, wie du bist und weil Du Dich einbringst.

Stumm

Du sprachst so große Worte,
gabst Dich hin und auf und ab.
Die Augen gesenkt, perfekt Dein Gehabe.
Auf meine Fragen nach dem Warum,
senktest Du nur den Kopf,
Deine Lippen blieben stumm.

Du sprachst uns von Liebe,
von Lust und Leidenschaft,
von Demut und all diesen Dingen.
Auf meine Fragen nach dem Warum,
senktest Du nur den Kopf,
Deine Lippen blieben stumm.

Du tatest alles, was man Dir sagte.
Nahmst Scham und Schmerz und Demütigung.
Doch da war kein Lachen, kein Nein,
kein Ja, kein Schreien vor Lust.
Auf meine Fragen nach dem Warum,
senktest Du nur den Kopf,
mein Herz blieb stumm.

Deine Leere, mein Kleines, kann ich Dir nicht füllen.
Kann Dir nicht geben, was Du Dir versagst.
Kann nicht mein Sein auf Dich übertragen,
kann nicht für Dich tun, was Du selbst nicht vermagst.
So bleibt nur die Frage nach dem Warum,
doch da ist keine Antwort in Dir
drum bleib ich jetzt stumm.

(HMCL)

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