Grüße Euch!
Dieser Blog zieht um. Da ich meine Schreiberei ein bissl mehr koordinieren muss und mich nicht verzetteln will (ja, ich neige dazu *lächel) habe ich mich dazu entschlossen einige Blogs zu schließen bzw. zusammen zu fassen. Leider betrifft dies auch diesen Blog hier. Ich werde diesen Blog nicht löschen, aber ab heute hier auch keine Beiträge mehr einstellen.
Ich bedanke mich bei all meinen Leserinnen und Leser hier und würde mich freuen, wenn wir uns dort wieder treffen würden:
http://diespurenleserin.blogspot.com/
Liebe Grüße
Heidrun Müller
Heidrun Müller - 22. Jan, 10:49
Würde ich jetzt die Zeit anhalten und all die Schreie der Menschen, die nur in der letzten Minute überall auf der Erde gefoltert, missbraucht, getötet, bedroht, geschlagen, sterbend, vergewaltigt, gedemütigt, allein gelassen, der Gewalt ausgesetzt oder dazu gezwungen, zusammen in einen einzigen Ton fassen, dann, ja dann hätte dieser einzige Schrei in meiner Vorstellung eine Macht, eine Energie, die die physische Erde auseinander brechen lassen würde... ... ... Was passiert mit dieser Energie, Minute für Minute, Stunde für Stunde, Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr, Jahrhundert für Jahrhundert? ... ... ... ... ... Energie verschwindet doch net einfach?
Heidrun Müller - 8. Jan, 17:02
Wer Transparenz fordert, muss selber transparent sein -> Den Spot nicht nur auf andere, sonder selbst im Lichte stehen. Wer hält das aus, die eigene Abwehr und Scham zu überwinden? Letztendlich läuft es aber darauf hinaus, oder es bleibt scheinheilig.
Heidrun Müller - 8. Jan, 16:18
Oh, dann wird so viel geschimpft und gezedert und sich bei Freunden ausgekotzt. Und dann wirbelt man auf einmal in einem Kreis der Verletzungen und des Verletztseins. Manchmal tut es gut einen Moment inne zu halten und die Perspektive zu wechseln: "Bevor du mir erzählst, was alles nicht stimmt in deiner Beziehung, erzähle mir doch mal, was da alles Wunderbares ist, was du schätzt und liebst an deinem Gegenüber. Sprich mir von ihr/ihm, so dass ich sehe, rieche, schmecke, was sie/ihn zu dem Menschen an deiner Seite macht."
Wann hast du zum letzten Mal deinem Partner/deiner Partnerin gesagt, was du an ihr/ihm liebst, schätzt und wunderbar findest? ... Kommunikation findet in vielen Beziehungen immer nur dann statt, wenn es kracht und knirscht und meistens kracht es genau deswegen.
Heidrun Müller - 26. Dez, 09:55
„Wenn man als Psychiater und Psychotherapeut abends Nachrichten sieht, ist man regelmäßig irritiert. Da geht es um Kriegshetzer, Terroristen, Mörder, Wirtschaftkriminelle, eiskalte Buchhaltertypen und schamlose Egomanen – und niemand behandelt die. Ja, solche Figuren gelten sogar als völlig normal. Kommen mir dann die Menschen in den Sinn, mit denen ich mich den Tag über beschäftigt habe, rührende Demenzkranke, dünnhäutige Süchtige, hochsensible Schizophrene, erschütternd Depressive und mitreißende Maniker, dann beschleicht mich mitunter ein schlimmer Verdacht: Wir behandeln die Falschen! Unser Problem sind nicht die Verrückten, unser Problem sind die Normalen.“(Manfred Lütz)
„Frau Müller, diese "Erkenntnis" ist wohl schon so alt, wie die Menschheit als solches. Nur, geändert hat sich daran in über tausend Jahren sozio-kultureller Entwicklungsgeschichte nie nichts.“
„Steter Tropfen höhlt den Stein, deshalb wiederhole ich diese Erkenntnis halt die nächsten hundert Jahre immer wieder. Irgendwann greift es, ich bin da total optimistisch.“
„Liebe Frau Müller, nach tausenden Jahren sollte man vielleicht endlich den Mut haben zur Erkenntnis, dass Menschen nun einmal von Grund auf schlecht sind. Ihr Engagement und Ihren Optimismus in Ehren, aber in hundert Jahren verweilen wir beiden längst anderswo und, dann kann es uns egal sein ...“
„Oh, mein Optimismus reicht für die Ewigkeit und mein Mut ist grenzenlos und meine Gewissheit "Der Mensch ist ein wunderbares Wunder mit einem riesigen, bisher ungenutzten Potential" ist tiefer als die tiefste Tiefe und "egal" ist mir nix und wird es auch nie sein.“
Heidrun Müller - 17. Dez, 19:15
"Before you diagnose yourself with depression or low self-esteem, first make sure you are not, in fact, just surrounded by assholes." W.Gibson
Manchmal erscheint es mir so, als haben wir verlernt „große“ Gefühle als etwas „normales“ anzunehmen. Als gäbe es eine Gefühlsskala, deren Mitte zu erreichen und zu halten, das einzig selig machende Ziel in unserem Bestreben sein könne.
Da kommen Klienten zu mir und erzählen mir ihre Geschichten und ängstigen sich über ihre anscheinend überbordenden Emotionen. Sie sind traurig, wütend, schamvoll, zornig, empört, verletzt und vor allem zutiefst erschreckt und verstört über diese emotionale Bandbreite in ihnen und formulieren als Zielsetzung: „Ich will diese Gefühle nicht. Machen Sie sie weg!“
Wenn wir uns dann die dahinter liegenden / auslösenden Situationen genauer anschauen, dann stellen wir oft mit Verwunderung fest, dass diese Gefühle doch sehr passende und „gesunde“ Emotionen sind. Ja, es gibt gute Gründe traurig, wütend, verletzt und empört zu sein. Diese Gefühle sind nicht per se der Ausdruck einer psychischen Krankheit, sind keine eindeutigen Hinweise auf Paranoia, Depression oder Burnout oder sonstiges, sondern in der Regel eine gesunde Reaktion auf Zustände, die eben genau das sind: Schmerzend, verletzend, ungerecht, erniedrigend.
Heidrun Müller - 16. Dez, 10:46
"Jeder Mensch hat das Recht zwischen einer Vielfalt von gleichwertigen Lebens- und Beziehungsmodellen frei und eigenverantwortlich für sich wählen zu dürfen."
Aufgabe von "Erziehung" und "Bildung" und "Sozialisation" wäre es demnach, diese Vielfalt in all ihrer Widersprüchlichkeit wertfrei darzustellen und den einzelnen Menschen dazu zu befähigen diese Informationen in Wissen umzuwandeln und ihm die Fähigkeiten an die Hand zu geben, in Eigenverantwortung Entscheidungen treffen zu können. <- Davon sind wir meilenweit entfernt.
Heidrun Müller - 15. Dez, 13:48
„Ich habe ja den Verdacht, wenn Du mir von Liebe sprichst, dann meinst Du eine bedingte Liebe alá -> Wenn du nicht, dann kann ich dich nicht!. Das ist nix Schlimmes, aber steh dazu und guck es Dir an und komm mir net mit dem ganzen romatikdidadöddelwünschmirwas Rattenschwanz.“
„Wie soll ich denn bedingungslos lieben? Woher weiß ich denn, ob ich dazu in der Lage bin“
„Oh, versuch es mal mit der Selbstliebe. So als ersten Schritt. Nimm Dir Zeit, schau Dich kritisch an, zieh all das vermutete Dunkle, Ungewollte, Unmäßige, Verwerfliche, Widerliche von Dir ans Licht und dann frag Dich: Könnt ich das alles umarmen und liebevoll wiegend einfach mal gut sein lassen? Kann ich das auch lieben? Kann ich mich lieben? Liebe ich mich?“
„Das ist eine blöde Übung, Frau Müller!“
„Ich weiß.“
Heidrun Müller - 10. Dez, 10:39
"Ein Fuchs, der auf die Beute ging,
fand einen Weinstock, der voll schwerer Trauben
an einer hohen Mauer hing.
Sie schienen ihm ein köstlich Ding,
allein beschwerlich abzuklauben.
Er schlich umher, den nächsten Zugang auszuspähn.
Umsonst! Kein Sprung war abzusehn.
Sich selbst nicht vor dem Trupp der Vögel zu beschämen,
der auf den Bäumen saß, kehrt er sich um und spricht
und zieht dabei verächtlich das Gesicht:
Was soll ich mir viel Mühe nehmen?
Sie sind ja herb und taugen nicht."
(Karl Wilhelm Ramler)
Die Ursache für Selbstbetrug ist in der Regel eine Kognitive Dissonanz und sie ist dem Menschen zugehörig und erst mal völlig wertfrei. Sie entsteht dann, wenn innere Werte, Einstellungen, Wahrnehmungen, Wünsche, Selbstbilder, etc. unvereinbar durcheinander purzeln und geht einher mit einem Gefühl des Unwohlseins.
Um dieses Gefühl möglichst schnell abzuschalten bzw. zu verdrängen und die Dissonanz vermeintlich aufzulösen gibt es unterschiedliche Strategien. Eine davon ist der Selbstbetrug im Sinne von der Anpassung des Selbstbildes an ein vermutetes Fremdbild oder das Umdeuten einer verletzenden Situation in eine bestätigend wohlwollende.
Erst einmal ist das alles gar nix Schlimmes, dass machen Menschen laufend. Bedenklich wird es dann, wenn eine Anpassung nach der anderen erfolgt, so dass die Widersprüche immer verwurschtelter werden und man sich selbst darin verliert und nix mehr sicher und gewiss erscheint.
Wenn der Leidensdruck dann zu hoch wird, dann schreit der Mensch direkt oder indirekt auf ganz unterschiedliche Art und Weise um Hilfe. Bei einem direkten Hilferuf stehe ich als Gegenüber zur Verfügung, bei einem indirekten versuche ich durch Kommunikation abzuklären, inwieweit es vielleicht nur meine eigene Projektion ist oder wirklich ein Ruf.
Wenn meine Vermutung zurück gewiesen wird, dann dränge ich mich nicht auf. Allerdings lege ich bei Freunden zumindest einmal meine Sichtweise, klar ausgesprochen, auf den Tisch und mache gleichzeitig liebevoll klar, dass ich da bin und bleibe, so oder so.
Heidrun Müller - 9. Dez, 22:58